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EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE EICH

Willkommen im rheinhessischem Eich
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Die Geschichte der Kirche

Bereits Anfang des Jahres 1839 war der Entwurf des Bauplanes für die neue evangelische Kirche in Eich durch den Großherzoglichen Hessischen Provinzialbaumeister Ignaz 0pfermann aus Mainz fertiggestellt. Die alte vorhandene Kirche, deren Alter nicht genau feststeht, war von der Kreisbaubehörde für baufällig erklärt worden. Der Gemeinderat der bürgerlichen Gemeinde Eich faßte zusammen mit dem Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Eich den Beschluß, eine neue Kirche im würdigem Stil zu erbauen. Für die Begleichung der Baukosten waren für die Jahre 1841 und 1842 von Seiten der Zivilgemeinde 23.400 Gulden bereitzustellen. Bereits im Mai des Jahres 1839 wurden durch den damaligen Bürgermeister Büttel 30 Kubikklafter roter Neckar-Sandstein durch Vertrag mit dem Neckarschiffer Jakob Michel bestellt.

Die Steine hatten ein Maß von 6 Zoll dick und 10-15 Zoll lang und wurden für einen Betrag von 26 Gulden und 55 Kreuzer per Kubik-Klafter an der linken Rheinseite bei Gernsheim ausgeladen. Den endgültigen Plan legte Provinzialbaumeister Opfermann dann am 9. April 1841 und bereits am 13. Juli 1841 wurden die Ausschreibungen für die Bauarbeiten durch den Planer auf dem Rathaus vergeben. Den Zuschlag für die Ausführung der Maurerarbeiten erhielt die Baufirma Berg & Co. aus Bensheim.

Bereits im Jahre 1843 war der Bau beendet, und man ging nun an die innere Ausschmückung des Gotteshauses. Auch wurde die Einfriedung des Kirchengrundstückes neu errichtet, womit eine Verbreiterung der Hauptstraße verbunden war, denn die alte Einfriedung, die den um die Kirche liegenden Friedhof umschloß, reichte bis in die Mitte der heutigen Straße. Für die Einfriedung waren 3.925 Gulden aufzubringen.

Bis Ende des Jahres 1843 waren an Baukosten bereits 28.412 Gulden angefallen. Der Kreisrat teilte der Gemeinde mit; daß die im Jahre 1843 für ein neues Schulhaus vorgesehenen Haushaltsmittel von 5.0O0 Gulden ebenfalls für den Kirchbau verwendet werden könnten, „da der Schulhausbau noch ausgesetzt bleibt". Und wörtlich: "Ich glaube, daß unter diesen Umständen es keinem Ausstande unterliege, den schönen, zum Schmuck und zur Ehre der Gemeinde Eich gereichenden Kirchbau auf eine würdige Weise auszuführen".

Es zeigte sich nun, daß die vorhandene, erst 10 Jahre zuvor angeschaffte Orgel für die neue Kirche zu klein war. Man beschloß, bei dem bekannten Orgelbaumeister Dreymann in Mainz eine neue Orgel in Auftrag zu geben.

Anfang des Jahres 1845 wurden die Orgeleinzelteile mit insgesamt zwanzig Fuhren von Mainz nach Eich gebracht und zu einem beeindruckenden Orgelbauwerk zusammengefügt. Am 22. Mai 1845 berichtete der Bürgermeister der Gemeinde dem Herrn Kreisrat in Worms, daß Herr Dreymann ihm mitgeteilt habe, daß die Orgel aufgestellt sei und er mit der Stimmung derselben beschäftigt sei. Die Orgel kostete insgesamt 3.610 Gulden.

Am 3. Juli 1845 gab der Kreisrat einen Kostenbericht an den Bürgermeister der Gemeinde Eich, mit welchem die Summe der Ausgaben insgesamt auf vorläufig 42.638 Gulden und 32 Kreuzer festgestellt wurde. Für das laufende Rechnungsjahr 1845 ergab sich dann ein Defizit von insgesamt 3.423 Gulden. Der Bürgermeister wurde beauftragt, zusammen mit dem Ortsvorstand zu beraten, auf welchem Wege der fehlende Betrag aufgebracht werden soll.

Ungeachtet aller Schwierigkeiten wurde der Einweihungstermin auf den 31. August 1845 festgesetzt. Der Kreisrat genehmigte diesen Termin mit der Auflage, daß das diesjährige Kirchweihfest am Montag, Dienstag und Mittwoch abgehalten werde.. "Am letzten Tage darf jedoch nur dann Tanzmusik stattfinden, wenn auf die am Sonntage nach der Einweihung, seither üblich gewesene Tanzbelustigung verzichtet wird. Daß am Tage der Einweihung keine Tanzmusik abgehalten werden darf, habe ich Ihnen bereits schon früher erklärt“, schrieb der Kreisrat seinerzeit an den Bürgermeister.

Die von Orgelbauer Dreymann gebaute Orgel wurde im Jahre 1874 erstmals durch den Orgelbauer Karl Schäfer aus Heilbronn mit einem Kostenaufwand von 510 Gulden renoviert.

Zwei neue Glocken wurden 1884 angeschafft und am 21. Dezember desselben Jahres feierlich eingeweiht. Die große Glocke hatte ein Gewicht von 413 kg und einen Durchmesser von 94 cm. Die kleinere Glocke wog 124 kg bei 63 cm Durchmesser. Sie wurden bei Andreas Hamm in Frankenthal gegossen und kosteten mit Klöppel, Seilrollen usw. 1.462 Mark und 10 Pfennige.  

Da man aber mit dem Klang des Geläutes nicht zufrieden war, wurden die Glocken im Frühjahr 1885 wieder zurückgegeben und durch neue Glocken ersetzt. Die kleinere Glocke trug die Inschrift "Glaube". Die Glocken wurden von dem damaligen Lehrer und Organisten Hirsch geprüft und für in Ordnung befunden. Die Glockenweihe fand am 19. April 1885 statt. Zur Finanzierung dieses Projektes wurde bei der Sparkasse Worms ein Kredit von 2.500 Mark aufgenommen.

Auf Anraten der Kreisbaubehörde wurde im Zeitraum 1897/1898 das Dach der Kirche neu eingedeckt sowie der Turm mit neuem Putz versehen. Eine gründliche Reinigung der Orgel, verbunden mit notwendigen Reparaturen, wurde ebenfalls vorgenommen. Für die genannten Maßnahmen mußten 4.500 Mark aufgewendet werden.

Im Verlauf des 1. Weltkrieges wurden die Glocken Opfer des Krieges. Am 27. und 28. Juli 1917 hat man sie auf dem Turm zerschlagen, denn es fehlte an geeigneten Geräten, sie unversehrt herunter zu bringen. Die Bruchstücke wurden in Kisten verpackt und abtransportiert.

Bereits im Jahre 1920 wurde der Beschluß gefaßt, wieder neue Kirchenglocken anzuschaffen. Mit der Glockengießerei Hamm in Frankenthal wurde ein Vertrag über die Lieferung von drei neuen Bronzeglocken abgeschlossen. Sie sollten zusammen etwa 40 Zentner wiegen. Die Herstellungskosten von insgesamt 90.000 Mark wurden durch Spenden der Kirchengemeinde abgedeckt. In Anwesenheit von ca. 150 Eicher Bürgern wurden die Glocken am 13. April 1921 in Frankenthal gegossen, am 2. Mai auf den Turm eingeholt und am 8. April feierlich eingeweiht.

Die größte Glocke mit Namen "Liebe" wog etwas über 20 Zentner und war beschriftet mit dem Spruch "Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde" und der Widmung "Den im Weltkrieg gefallenen Brüdern zum Gedächtnis".

Die mittlere Glocke, ca. 12 Zentner schwer, trug den Namen "Glaube" und war beschriftet mit dem Spruch „Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht, denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben“. Die Widmung lautete: "Zur Erinnerung an den 18. April 1521".

"Hoffnung" war der Name der kleinsten, nahezu 9 Zentner schweren Glocke. Sie trug die Inschrift "Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler". Die Widmung "In schwerer Zeit der deutschen Zukunft gewidmet“ gab die menschlichen Empfindungen und Wünsche der damaligen Zeit zutreffend wieder.

Im Jahre 1925 wurde der 80 Jahre alte Wetterhahn auf der Kirchturmspitze durch einen neuen, größeren ersetzt. Er wurde von Schülern der Kunstgewerbeschule in Mainz aus getriebenem Kupfer hergestellt.

1927 wurde in der Kirche eine neue Luftheizung eingebaut und an Weihnachten desselben Jahres erstmals in Betrieb genommen. Die notwendigen Kosten beliefen sich auf 2.000 Mark, die durch Sammlungen der Kirchengemeinde aufgebracht wurden.

Die Dreymann-Orgel wurde im Jahre 1930 mit einem elektronischen Gebläse versehen. Die Arbeit führte Orgelbaumeister Schäfer für rund 1.000 Mark aus. Erwähnenswert ist die persönliche Geldspende des damaligen Kirchendieners G. Rösch hierzu in Höhe von 330 Mark.

Nach vorheriger Prüfung durch das Kreisamt Worms hat der Gemeinderat der Bürgerlichen Gemeinde Eich in der Sitzung am 09. Februar 1933 durch Beschluß die Baupflicht für die Evangelische Kirche sowie das dazugehörige Pfarrhaus anerkannt.

Das Kircheninnere wurde in der Zeit von Februar bis Juni 1935 gründlich renoviert. Der Deckenputz wurde abgeklopft und wieder neu aufgebracht, neue Fenster eingesetzt und das ganze mit neuem Anstrich versehen. Im Kirchenschiff wurden drei neue Kristall-Kronleuchter aufgehängt. Die Renovierungskosten beliefen sich auf 13.500 Mark; hierzu gewährte das Deutsche Reich einen Zuschuß in Höhe von 3.500 Mark. Den Rest brachte die Kirchengemeinde durch Sammlungen selbst auf.

Am 23. März 1942 läuteten die drei Glocken ein letztes Mal gemeinsam. Die beiden großen Glocken wurden ausgebaut. Viele Eicher Einwohner hatten diese Situation bereits schon einmal erlebt. Im Kirchenbuch heißt es wörtlich: "Die Glocken ‘Glaube’ und ‘Liebe' sind von uns gegangen, die ‘Hoffnung’ ist, uns geblieben."

Die Südseite des Kirchendaches wurde Anfang l949 neu eingedeckt. Zuvor, waren einige tragende Deckenbalken im Kirchenschiff erneuert worden, weil Gefahr bestand, daß ein Teil der Decke herabstürzen könnte.

     Durch diese unvorhergesehene Maßnahme, die Kosten in Höhe von ca. 8.500 DM verursachte, mußte die bereits ins Auge gefaßte Neuanschaffung der Glocken weiter hinausgeschoben werden. Aber schon ein Jahr später (1950) hatte man die ersten Gelder für die neuen Glocken zusammengetragen. Kirchen- und Posaunenchor sowie die Jugend stellten ihre Erlöse aus öffentlichem Theaterspielen und ähnlichem dem Glockenfonds zur Verfügung.

Nach langen Beratungen wurde 1951 beschlossen, zu der vorhandenen Bronzeglocke "Hoffnung" zwei neue Gußstahlglocken anzuschaffen. Zu diesem Zweck rief man zu einer Haussammlung im Dorf auf. Das Ergebnis war so ermutigend, daß. beschlossen wurde, sofort telefonisch bei der Firma "Bochumer Verein" in Bochum zwei neue Glocken zu bestellen. Ihre Lieferung wurde für Juli/August erwartet.

Am 1. September 1951 trafen die Glocken auf dem Bahnhof in Mettenheim ein und wurden am nächsten Tage in einem Festzug durch das mit Fahnen und Girlanden geschmückte Dorf zur Kirche gefahren. Bei dem anschließenden Empfang sprachen neben dem Gemeindepfarrer Wegner auch der katholische Ortsgeistliche Bangert sowie Bürgermeister Becker.

In einem feierlichen Gottesdienst am Sonntag, dem 9. September 1951 wurden die Glocken geweiht.

Die Kosten der zwei neuen Glocken beliefen sich auf ca. 18.000 DM. Aufgrund der vielen Aktivitäten innerhalb der Kirchengemeinde standen zur Deckung aus dem Glockenfonds rund 11.230 DM zur Verfügung.

Die große Glocke "Liebe" trägt den Spruch "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst., ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein" und die Widmung "Den Gefallenen zweier Weltkriege". Sie hat einen Durchmesser von 1,425 m und wiegt 1.167 kg.

"Glaube", so der Name der zweiten Glocke, trägt die Inschrift "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende". Ihr Durchmesser beträgt 1.180 m, :das Gewicht 694 kg.

Mit den noch im Glockenfonds vorhandenen Geldern wurde im Jahr 1953 die bisherige Schiefer-Bedachung durch Falzziegel ersetzt.

     Im Laufe des Winters 1962/1963 stellte sich heraus, daß die Kirchenheizung defekt war und keine Möglichkeit mehr bestand, sie zu reparieren. Der Kirchenvorstand beschloß, den Einbau einer Warmluftheizung. Der Kostenrahmen bewegte sich um 35.000 DM. Am 9. Sept. 1963 wurde mit den notwendigen Arbeiten begonnen. Alle Männer waren aufgerufen, nun mit Hand anzulegen. Die Kirchenbänke mußten entfernt werden, um den Luftschacht vom Eingangsbereich bis vor den Altar ausheben zu können.

Bei den Ausschachtungsarbeiten stieß man auf Fundamente der früheren Kirche sowie auf eine mit großen Steinplatten gebaute Grabkammer. Sie enthielt die Gebeine eines Menschen. Der hinzugezogene Direktor des Wormser Museums ordnete das Grab dem 8./9. Jahrhundert zu.

Nach ungefähr 3.000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden war es am 31. Oktober 1963 soweit. Die Kirche hatte eine neue funktionierende Heizung.

Mit einem Kostenaufwand von ca. 115.000 DM wurde das gesamte Kircheninnere mit weichen und harmonischen Farben bemalt. Auch wurde die nach Ansicht von Fachleuten am besten erhaltene Dreymann-Orgel unter Leitung des Orgel-Sachverständigen Dr. Balz aus Darmstadt generalüberholt, womit Kosten in Höhe von ca. 45.000 DM verbunden waren.

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